Ideologische Geschütze


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Die Wahlalternative schlägt ein. In Frankfurt waren beim letzten Regionalgruppen-Plenum über 60 Leute- ohne jede Mobilisierung. An den Ständen stehen die Menschen Schlange, um gegen Schröders Sozialabbau zu unterschreiben.
Kein Wunder also, dass einige langsam kalte Füße kriegen. Interessant in Sachen ideologisches Geschütz, das jetzt gegen die Linkspartei aufgefahren wird, ist das heutige Interview mit dem Juso-Vorsitzenden.

Fangen wir an mit folgendem Argument, das ich so oder ähnlich schon öfter gelesen habe:
"Die [Linkspartei] kommt nicht ins Parlament, sondern nimmt höchstens der SPD ein, zwei Prozent ab, die Schwarz-Gelb den Weg bereiten."
Hmm. Eine interessante Rechnung angesichts der Tatsache, dass die SPD zur Zeit bei 20 Prozent liegt, während die CDU alleine auf 47 Prozent kommt. Aber mal abgesehen davon, fehlt es hier schlichtweg an Logik, denn zugespitzt heißt diese Argumentation: Die Linkspartei ist vollkommen irrelevant, aber wird die SPD stürzen. Dieser Zusammenhang lässt sich wohl nur mit der Unentschloßenheit der SPD erklären, wie auf die Linkspartei zu reagieren ist. Ignorieren? Kleinreden? Dann halt ein, zwei Prozent, kommen eh nicht rein, fertig. Natürlich glaubt das nicht einmal der Juso-Vorsitzende in seinen wüstesten Träumen, die SPD kennt auch die Umfragenwerte. Also muss noch ein anderes Geschütz aufgefahren werden: Das "kleinere Übel"-Argument, das impliziert, dass die Wahlalternative nicht bedeutungslos, sondern eine Gefahr für die SPD ist. Demnach hilft die Wahlalternative nur der CDU, und dann gibts noch mehr Sozialabbau. Beide Argumente sind für sich genommen falsch, aber zusammen widerlegen sie sich selbst.
Im gleichen Interview sagt der Juso-Vorsitzende auch:

"Die "Linkspartei" ist ein Club alter Männer. Die Lebenswelt der Jüngeren ist denen fremd."
Das Problem: "Die Jüngeren" (der Juso-Vorsitzende fällt nicht mehr darunter) scheinen das anders zu sehen: "Überdurchschnittlich hoch fällt der Anteil der möglichen Wähler einer Links-Partei bei den jüngeren Bürgern bis 24 Jahre (57 Prozent)", heißt es in der bisher umfassensten Umfage zur Linkspartei (Infratest-Dimap).

Aber die Behauptung des Juso-Vorsitzenden ist nicht nur falsch, sondern auch recht bizarr angesichts der Zusammensetzung der SPD-Mitgliedschaft:

"Eine andere Statistik besagt, dass im Bezirk Hessen-Süd bald doppelt so viele SPD-Mitglieder 90 Jahre und älter sind als unter 18."
Jede Wette, dass es woanders auch nicht besser aussieht.


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