Sudan, Öl und die Heuchelei des Westens


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Während das Massaker in Sudan weitergeht, schließen westliche Ölfirmen einen Millardenvertrag mit der sudanesischen Regierung ab. Damit stützen sie das Militärregime.

In Dafur werden täglich Flüchtlinge von den Reitermilizen misshandelt und ermordet, während die sudanesische Regierung untätig daneben steht. Nach UNO-Angaben sind inzwischen bis zu 50 000 Menschen gestorben. Das hat Firmen aus Großbritannien, Frankreich, Rußland, China und anderen Ländern nicht davon abgehalten einen Milliardenvertrag für den Ausbau sudanesischer Ölfelder abzuschließen. Die Öl-Milliarden sind die Hauptstütze des Militärregimes in Sudan.

Der Öl-Vertrag zeigt einmal mehr die Heuchelei der westlichen Industrieländer im Umgang mit der andauernden Katastrophe in Sudan. Während sie androhen, Kampftruppen in das Gebiet zu schicken, die die Situation höchstwahrscheinlich noch verschlimmern würden, unternehmen sie nichts, was den Druck auf die sudanesische Regierung wirklich erhöhen würde- allerdings auch die Profite der eigenen Ölkonzerne schmälern würde.

"Darfur hin oder her, in Sudan ist Geld zu verdienen", so bringt es die FAZ treffend auf den Punkt. Das erkläre, "warum die europäische Drohung gegen Khartum, neue Sanktionen zu verhängen, windelweich ausfiel."  Auch in Dafur scheint Öl alles andere als eine Nebenrolle zu spielen, wie die FAZ zu vermelden weiß:
"Ob in Darfur ähnlich große Ölvorkommen liegen wie in Zentralsudan, ist dabei ein ebenso heiß diskutiertes Thema, wie die Angaben darüber schwammig sind. Indes zeigen sich zwischen den Vorkommnissen in Zentralsudan und denen in Darfur auffällige Parallelen. In Zentralsudan wurde die einheimische Bevölkerung brutal vertrieben, um eventuelle Forderungen nach Partizipation an den Öleinnahmen von vorneherein auszuschließen. Aufschlußreich in diesem Zusammenhang ist eine der Forderungen der Rebellen in Darfur: Neben der Entwaffnung der Djandjawid und der Schaffung eines Rechtsstaates verlangen sie dreizehn Prozent der künftigen Öleinnahmen."
Westlichen Regierungen und ihre Ölkonzerne sind in Sudan schon länger direkt an dem Elend der sudanesischen Bevölkerung beteiligt. Bis vor kurzem kämpfte die Rergierung in Khartum gegen Rebellen im Süden des Landes. Bei diesem Konflikt ging es hauptsächlich um die Kontrolle über die riesigen Ölfelder in Südsudan. Das Militärregime in Khartum betrieb damals eine Politik der "verbrannten Erde", um die Kontrolle über die Ölfelder an sich zu reißen. Die Einwohner wurden systematisch aus den Gebieten vertrieben und Ernten verbrannt, um eine Rückkehr der Flüchtlinge zu verhindern. Amnesty International bezifferte die Zahl der Vertriebenen auf über vier Millionen. Aus einem Artikel für die Frankfurter Rundschau:

Das Geld aus den Ölgeschäften fließt zu einem Großteil in den Verteidigungsetat. Laut IWF hat sich der Militärhaushalt in Sudan von 1998 bis 2000 mehr als verdoppelt. Auch die Bundesregierung bestätigte vor einigen Monaten, dass den Einnahmen aus der Erdölförderung steigende Militärausgaben gegenüberstehen.
Mit anderen Worten: Die Öleinnahmen wurden direkt dafür eingesetzt, den Krieg gegen die eigene Bevölkerung zu führen. "Das Öl ist Blutöl, das die Kriegsmaschine der Regierung unterstützt", sagte damals Donald M. Payne von den Demokraten. "Schändlich", nannte es der Abgeordnete Tom Lantos, dass ausländische Firmen mit US-Geldern den "Völkermord" unterstützen. Auch mit den neuen Ölmilliarden wird Sudan weiter aufrüsten. Nochmal der FAZ-Artikel:
Bislang wird (..) ein großer Teil der Öleinnahmen in Waffengeschäfte und Kriegsanstrengungen investiert. So soll Sudan mehrere moderne Kampfflugzeuge vom Typ MIG 29 bestellt haben, wobei nicht klar ist, ob die Flugzeuge schon geliefert wurden.
Natürlich verdienen auch deutsche Unternehmen in Sudan gut mit: "Die deutsche Spezialbaufirma Bauer AG rammt gegenwärtig in Khartum neue Brückenfundamente in den Schlamm des Nils", während MAN "auf nahezu allen der zahlreichen Straßenbaustellen in und um Khartum neue Schwerlaster aus Ulm im Einsatz sind", berichtet die FAZ. 





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