Bonnes Vacances


Da ich für den Rest des Augusts nach Frankreich fahre, wird es wohl keine neuen Posts bis Anfang September geben. Euch allen noch einnen guten Sommer.


"Hauch von 1989"


In immer mehr Städten soll es jetzt Montagsdemos gegen Hartz IV geben. In der ARD ist schon von einer "neuen Bewegung" die Rede. Udo Gebhardt, DGB-Landeschef in Sachsen-Anhalt, wo am Montag über 7000 Menschen demonstrierten, sagte der Berliner Zeitung, "man spüre den 'Hauch von 1989', als in der DDR von den Montagsdemonstrationen der Anstoß für die friedliche Revolution ausging." In Sachsen-Anhalt will der DGB will jetzt die Montagsdemos unterstützen. In Berlin will Attac zusammen mit Bündnispartnern Montagsdemos aufbauen:

Nach den Protesten tausender Menschen in Sachsen-Anhalt will die Anti-Globalisierungsbewegung Attac auch in der Hauptstadt sowie weiteren Städten des Landes regelmäßige Montagsdemonstrationen gegen die Arbeitsmarktreform Hartz IV etablieren. "Attac wird versuchen, bundesweit die Dynamik von Magdeburg und Dessau aufzugreifen", sagte der Berliner Attac-Vertreter Werner Halbauer am Mittwoch der Berliner Zeitung. "Wir wollen anknüpfen an 1989, als die Leute gesagt haben: Uns reicht's." (..)

Auch in Leipzig und Hamburg soll es jetzt Montagsdemos geben, berichtet die ARD:

Nachdem am Montag mehrere tausend Menschen in Magdeburg und Dessau gegen die Arbeitsmarktreform protestierten, wird es am 30. August auch in der Leipziger Nikolaikirche ein Friedensgebet mit anschließender Demonstration geben, wie die "Berliner Zeitung" berichtet. Die Nikolaikirche war 1989 das Zentrum des friedlichen Protests gegen die DDR-Regierung. "Die Menschen fühlen sich ohnmächtig gegenüber dem drastischen Sozialabbau", sagte Christian Führer, Pfarrer in der Nikolaikirche, dem Blatt. Es herrsche heute "eine bedrohliche Unruhe", eine politische Alternative sei nicht in Sicht. (..)

Eine Montagsdemonstration gegen Hartz IV soll vom 9. August an
auch in Hamburg etabliert werden. In einem Aufruf werden die Bürger der Hansestadt aufgefordert, sich gegen eine Reform zu wehren, "die selbst vor den Sparbüchern unserer Kinder nicht halt macht". Hartz IV entpuppe sich als "Abzocke für den Bürger", kritisierten Initiatoren der Demo, Gewerkschafter, Attac-Aktivisten sowie Mitglieder der Wahlalternative soziale Gerechtigkeit.




Protest gegen Hartz IV


In Magdeburg haben 600 Menschen gegen Hartz IV demonstriert- nachdem eine Einzelperson dazu aufgerufen hatte. Die Volksstimme Magdeburg berichtet:

"Rund 600 Frauen und Männer schlossen sich gestern Abend einer Demonstration gegen Hartz IV an. Das Besondere: Die Initiative für diese Montagsdemonstration ging von keiner Partei, sondern von einer Privatperson aus.
Aufgerufen hatte der 42-jährige Andreas Ehrholdt aus dem Jerichower Land. Trotz allem Optimismus und aller Erwartungshaltung, Andreas Ehrholdt glaubte gestern Abend dennoch seinen Augen nicht zu trauen. Schon in der Liebigstraße/Ecke Hasselbachplatz, dem Ausgangspunkt des Demonstrationszuges, hatten sich kurz vor 18 Uhr bereits mehr als 200 Frauen und Männer eingefunden, um in den Ruf 'Schluss mit Hartz IV' einzustimmen. Im Verlauf des rund einstündigen Marsches entlang des Breiten Weges schlossen sich weitere 400 Teilnehmer, so Schätzungen der Polizei, der für 200 Personen angemeldeten Demonstration an."


Auch in anderen Städten gibt es jetzt erste Proteste.

[via funkenschlag]


37 000 getötete Zivilisten im Irak?


Aljazeera.Net berichtet von einer Studie, die zu dem Ergebnis kommt, dass seit dem Beginn des US-angeführten Angriffs im März 2003 bis Oktober 2003 über 37 000 irkische Zivilisten umgekommen sind.


We are 100% sure that 37,000 civilian deaths is a correct estimate. Our study is the result of two months of hard work which involved hundreds of Iraqi activists and academics. Of course there may be deaths that were not reported to us, but the toll in any case could not be lower than our finding," said Muhammad al-Ubaidi.


"For the collation of our statistics we visited the most remote villages, spoke and coordinated with grave-diggers across Iraq, obtained information from hospitals, and spoke to thousands of witnesses who saw incidents in which Iraqi civilians were killed by US fire," he said.


Es gibt keine offiziellen Statistiken über getötete irakische Zivilisten. Die US-Regierung scheint alles daran zu setzten, dass auch keine Zahlen bekannt werden:

As of now, there are no reliable estimates of total Iraqi civilian fatalities. The interim Iraqi government has not made available any statistics, while US occupation authorities in Iraq reportedly issued orders to the forensic medicine department not to talk to the media about the number of bodies it receives.

Liqa Makki, a political analyst, said it is widely known in Baghdad that Iraqi officials are prohibited from releasing any information about body count.
"The director of forensic medicine department said publicly some months ago that his department was receiving 70 bodies a day. But he was reprimanded and a statement was published in the Iraqi press prohibiting the announcement of any kind of body count," Makki said.
Das Iraq Body Count Project, ein Projekt britischer und US-amerikanischer Akademiker, gibt die Zahl der getöteten irakischen Zivilisten zwischen 11 000 und 13 000 an. Tom Engelhardt argumentiert, dass diese Zahlen wahrscheinlich zu klein sind:

This not only doesn't include Iraqi military deaths, which certainly numbered in the thousands, but is a distinctly conservative estimate, relying as it does on what's reported in a world where so many deaths by definition go unreported and -- as Western journalists are increasingly limited to brief, dangerous forays outside of Baghdad or simply outside their hotels in Baghdad -- so much else goes unreported as well.



In Südkorea ist es nach der Ankündigung 3000 Soldaten in den Irak zu verlegen zu heftign Protesten gekommen. Südkorea würde dann das drittgrößte Kontingent in der US-geführten Koalition stellen. Hier der AFP-Bericht:





Anti-war demonstrators have scuffled with riot police near the office of President Roh Moo-Hyun to protest the dispatch of South Korean troops to Iraq, witnesses said.
The scuffles erupted on Tuesday when riot police blocked about 200 slogan-chanting protesters from marching close to the presidential compound in central Seoul. Demonstrators shouting "Down with (President) Roh Moo-Hyun" pushed and kicked police who pushed them back using plastic shields.

Similar scuffles erupted earlier in the day when hundreds of riot police erected a barricade with buses to block 500 activists and students from entering a military airport at the southern outskirts of Seoul.

Dozens of students unfolded a banner reading "Scrap S Korea-US alliance" on top of the police buses as their colleagues wrestled with riot police at the gate of the airport.




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