Die neue britische Linkspartei
Respect hat den
Sprung ins Parlament geschafft. Der Respect-Spitzenkandidat und bekannte Kriegsgegner George Galloway besiegte die Labour-Kandidatin mit unglaublichen
35,9% in seinem Wahlkreis Bethnal Green, einem Arbeiterstadtteil im Osten Londons, der normalerweise immer an Labour geht.
Galloway sagte nach seinem Wahlsieg in einer zornigen Siegesrede: "Mr. Blair, das ist für den Irak. Das Beste, was die Labour-Partei tun kann, ist, Sie morgen früh abzusetzen." Galloway hatte die britischen Soldaten aufgerufen, nicht im Irak-Krieg zu kämpfen. Nach seinem Parteiausschluss gründete er eine neue Partei mit dem Namen "Respekt". (
Der Standard /
Die Zeit)
Für seine knallharte Opposition gegen den Irak-Krieg wird George Galloway von dem politischen Establishment in Großbritannien gehasst. Galloway baute an vorderster Front die Antikriegsbewegung in Großbritannien auf und war später von Anfang an beim Aufbau von Respect, selbst ein Kind der Antikriegsbewegung, beteiligt. Die erste Frage die Galloway nur Minuten nach seinem Wahlsieg in einem
BBC-Interview gestellt wurde: "Sind sie stolz darauf, dass sie eine der wenigen schwarzen Frauen im Parlament losgeworden sind?"
Dass sich Respect trotz solcher andauernder Verleumdungskampagnen durchsetzen konnte, bedeutet vor allem zwei Dinge: In Großbritannien ist damit eine ernsthafte linke Alternative zu der neoliberalen Politik von Blair am Entstehen. Und: Es ist möglich, dass neue linke Parteien den Durchbruch schaffen können. Die
Wahlalternative wird in NRW am 22. Mai ihre Chance bekommen, den etablierten Parteien ins Gesicht zu spucken.
Nochmal
Galloway: "In east London a new political power is born. There is a revolt spreading through east London against the betrayals of New Labour - and you ain't seen nothing yet!"