Usbekistan, Bush und der "Krieg gegen den Terror"


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Mehr als 700 Tote werden in Usbekistan nach der Niederschlagung der Massenproteste gegen das Karimow-Regime befürchtet. Sollten diese Todeszahlen zutreffen, wäre dies "das folgenschwerste Blutvergießen staatlicher Kräfte im eigenen Land seit dem Tiananmen-Massaker vom Juni 1989 in Peking", berichtet die FR. Zum Hintergrund: Das Karimov-Regime lässt Oppositionelle seit Jahren unnachgiebig verfolgen. "Internationale Bürgerrechtler sprechen von 8000 politischen Häftlingen in dem zentralasiatischen Land. Ihre Berichte über die Zustände in den Gefängnissen lesen sich grauenhaft. Folter soll an der Tagesordnung sein." Human Rights Watch fasst zusammen:

"Uzbekistan, which became an independent state in 1991, has retained much of its Soviet legacy. It has no independent political parties, no free and fair elections, and no independent news media. Torture and police brutality are widespread. Most vulnerable are political dissidents and religious Muslims who worship outside state controls."

Doch die Reaktionen der westlichen Regierungen fielen äußerst zaghaft aus. Denn das Karimow-Regime ist nicht nur eines der brutalsten und undemokratischstebn Regime der Welt, sondern ein treuer Partner in Bushs "Krieg gegen den Terror". So wurde "der Präsident .. am Montag nicht müde, in den Medien die Gefahr zu beschwören, die vom internationalen Terrorismus und vom Islamismus ausgeht. Hier seien die Ursachen für den Aufstand zu suchen, der ohnehin vom feindlichen Ausland gesteuert sei, sagte das umstrittene Staatsoberhaupt." Der FR-Artikel weiter: "Die Europäer, und speziell die Deutschen, befinden sich ebenso wie die US-Amerikaner in einer Zwickmühle: Sie sind auf das Wohlwollen Karimows angewiesen, da sie in Usbekistan Stützpunkte zur Versorgung ihrer Truppen in Afghanistan unterhalten."

Das hatte auch schon der britische Economist festgestellt:
It seems that, in its desire to keep Mr Karimov onside in the war on terror, the Bush administration still holds to the maxim said to have been used by President Franklin Roosevelt to describe an American-backed dictator in Nicaragua: “He may be a son of a bitch, but he’s our son of a bitch.”


Dementsprechend fasste dann auch Donald Rumsfeld vor knapp einem Jahr die US-Beziehungen zu Usbekistan zusammen:
I am delighted to be back in Uzbekistan. I’ve just had a long and very interesting and helpful discussion with the President, with the Minister of Defense, and members of the delegation. Uzbekistan is a key member of the coalition’s global war on terror. And I brought the President the good wishes of President Bush and our appreciation for their stalwart support in the war on terror . . . Our relationship is strong and has been growing stronger."

[ via Billmon ]